...da schließe ich mich Koschkas Meinung an!
Andere Kinder sind für die sensiblen/schlauen oft zu unberechenbar und verhalten sich anders, als die "klugen Kinder" es gern hätten - es geht weniger gerecht zu, als sie es z.B. mögen, es wird weniger ver- als gehandelt, die Reaktionen der anderen Kinder sind spontaner und körperlicher und weniger überlegt.
Darum gehen viele dieser Kinder solchen Situationen wohl lieber aus dem Weg.
Ich finde es ehrlich gesagt nicht ganz treffend, da von "mangelnder sozialen Reife" zu reden, denn sie suchen sich auf diese Weise ja bewusst einen für sie in dem Moment besser aushaltbaren Weg... Das finde ich nicht "unreif", sondern klug.
Klar ist es aber wünschenswert, dass sie auch irgendwie lernen, damit anders klarzukommen. Ich denke aber, das tun sie auch, wenn sie genug Gelegenheit und Zeit haben zu beobachten, Erfahrungen zu sammeln und natürlich vor allem auch die Motivation, mitzumischen bzw sich anzupassen.
Ich würde darum maximal sagen, es "fehlt an sozialer Erfahrung".
Meine Tochter kommt in 1:1 Situationen gut mit anderen Kindern aus und auch mit denen, die sie sehr lange kennt.
Größere Gruppen und gleichaltrige unbekannte Kinder mag sie nicht so gern.
Unter älteren Kinder bewegt sie sich dagegen oft recht selbstbewusst.
Aber da wachsen die Kinder auch rein, wenn sie die Möglichkeiten bekommen, sich darin "zu üben".
Also hier ist das jetzt mit 5 eigentlich kaum noch ein Problem... Sie ist halt im Kiga mitunter noch etwas einzelgängerisch,
aber das wird zunehmend weniger. Sie kennt die Gruppe ja nun auch schon 2 Jahre.
Wie schon an anderer Stelle mal geschrieben, sagte sie mir in der Anfangszeit im Kiga z.B. mal: "Ich geh immer schaukeln, damit mich die anderen in Ruhe lassen". Inzwischen (seit ca. einem halben Jahr) ist sie aber oft auch mit anderen Kindern im Garten unterwegs, meist in Rollenspielen. (Drinnen findet man sie meist vertieft am Maltisch.)
Mit 2, 3 bis Anfang 4 hatte sie regelrecht Angst vor jüngeren Kindern. Mögen tut sie kleinere zwar nach wie vor nicht sonderlich, aber jetzt sucht sie immerhin mitunter bewusst Ansatzpunkte, um mit ihnen adäquate Spiele zu finden, wo nötig.
Drum finde ich den Kindergarten für sie für das soziale Lernen echt nützlich.
Allerdings schließt sich meine Tochter nach wie vor oft selbst aus, also macht bei einigen Gruppenaktivitäten bewusst nicht mit.
(Wettspiele, Gemeinschafstprojekte, bei denen es eher ungeordnet zugeht. Ausflüge mag sie auch nicht, weil sich oft nicht alle an de Regeln halten und sie dann z.B. Angst um die anderen im Straßenverkehr hat.)
Tochters Verhalten wird aber hier von allen akzeptiert, also Kindern und Erziehern. Und sie selbst leidet auch nicht darunter.
Da sie mir sehr viel aus dem Kindergarten erzählt, diskutieren wir bestimmte Situationen dann oft auch zu Hause und überlegen gemeinsam, wie sie reagieren kann/könnte/sollte, z.B. wenn andere sie ausschließen wollen, anzicken, körperlich angehen, "nicht mehr ihr Freund sein wollen", ihr irgendetwas etwas einreden wollen, sich regelwidrig verhalten usw.
Wir haben z.B. schon mehrfach gemeinsam überlegt, wann man petzen darf und wann nicht, da sie wie gesagt immer ziemliche Probleme damit hat, wenn jemand was Verbotenes tut. Dass sie z.B. "petzen" darf, wenn jmd etwas gefährliches tut oder etwas kaputt macht, aber nicht, wenn es nur Quatsch ist, wie im Bad mit Wasser herumspritzen etc.
Zu Geburtstagen ist sie übrigens recht oft eingeladen, aber sie hat vorher meist keine Lust, hinzugehen...
Auch zu ihrer eigenen Geburtstagsparty hat sie nur sehr wenige ausgewählte Kinder einladen wollen.
-------------------------------------------------------------------------
Noch eine lustige Story am Rande zum Thema "petzen":
Mit 3 kam sie mal ganz aufgeregt zur Erzieherin gelaufen und meinte:
"Frau X., die anderen spritzen im Bad mit Wasser! Und ich hab ausversehen mitgemacht..."
Und zu Hause erzählte sie mir etwa im gleichen Alter mal ganz empört:
"Weißt du Mama, die Jungs haben heute im Kindergarten "WASSERVERSCHWENDUNG gemacht!"
(Sie hatten alle Wasserhähne aufgedreht und laufen lassen...)