Hallo,
Solche Entscheidungen sind undankbar und ob man richtig entschieden hat, kann man immer nur rückblickend beurteilen.
Spontan würde ich sagen, dass ein fittes Kannkind in einer guten Grundschule besser aufgehoben ist, als im Kindergarten.
Das resultiert jedoch nur aus meiner Erfahrung mit meinem Sohn ( mittlerweile fast 12) und im Hinblick darauf, halte ich eine frühe Einschulung für besser als einen Klassensprung, da die Kinder den Klassenverband nicht verlassen müssen und dem Stress einer derartigen Veränderung nicht ausgesetzt werden.
Mein Sohn wurde damals als Junikind regulär mit 6 Jahren eingeschult, obwohl uns klar war, dass er sich fürchterlich langweilen würde. Ich wollte ihm aber so lange wie möglich “seine Freiheit“ lassen.
Nur war und ist er ein Kind, was äußeren Druck und klare Strukturen braucht und daher mit seiner Freiheit nix anfangen konnte.
Er ist weder aus sich selbst heraus kreativ noch besonders an sozialen Kontakten interessiert, sondern möchte eigentlich ununterbrochen von außen gestellte, konkrete Probleme lösen.
In der GS hat er dann die 2.Klasse übersprungen und landete in einem Jahrgang mit miesem Sozialklima, in dem es ihm nicht gut ging. Das fand er jedoch erträglicher als die Unterforderung.
Dein Sohn scheint seine Freiheit im Kindergarten aber noch zu genießen, daher ist es einleuchtend, sie ihm zu lassen.
Ob er sich dann nächstes Jahr in der Schule langweilen wird, hängt von sehr vielen Faktoren ab.
Viele HB- Kinder können Unterforderung super kompensieren und suchen sich selber ihren Ausgleich und Aufgaben, vor allem die sozial Kompetenten. Für diese bietet die Gruppendynamik
einer Schulklasse derart viele Herausforderungen, dass sie kaum dazu kommen sich zu langweilen.
Außerdem ist es in Regelschulen nahezu unmöglich, hochbegabte Schüler, ihren Fähigkeiten entsprechend, zu unterrichten.
Diesen Anspruch sollte man besser aufgeben.
Egal wie früh sie eingeschult werden und ob sie springen, ihr Hirn arbeitet trotzdem immer schneller und ihre Denkprozesse nehmen deutlich weniger Zeit in Anspruch als die der anderen Mitschüler.
Daher kannst du deinen Sohn nun einfach noch ein zufriedenes Kindergartenkind sein lassen, ohne dass du Angst haben mußt, etwas zu verpassen.
Hb-Kinder ziehen sich aus nahezu jeder Umgebung kognitiven Input, sie können gar nicht anders.
Es fällt nur nicht immer so offensichtlich auf und man denkt automatisch
-oh je, ich muß mein Kind optimal anregen, sonst verblödet es-.
Das stimmt aber nicht.
Mein Sohn hat immer wieder total lethargische Phasen, wo wir das Gefühl haben, dass in seinem Kopf ein kompletter Stillstand herrscht.
Im Anschluss daran folgt meist der nächste Entwicklungssprung.
euch,
alles Gute!