Re: Gymnasium
Verfasst: Sa 2. Mär 2019, 20:40
...tröstet es dich, wenn ich dir sage, dass meine Tochter vor einem Jahr auch noch sagte, dass sie am Liebsten in eine Oberschule möchte?
Lernen sei doof und in der Oberschule sein, hieße weniger davon... Und Mathe sei sowieso das allerschlimmste, was sie sich vorstellen könne. Sport und Kunst seien die einzigen Fächer, die einigermaßen Spaß machen.
Ich schrieb es anderer Stelle schon - es fehlen ihr wohl vor allem "positive Lernerfahrungen".
Eine Aufgabe, die nicht zu leicht und nicht zu schwer ist in Angriff nehmen, sich dahinter klemmen und damit Erfolg haben.
Das kommt einfach zu selten vor im Grundschulalltag für viele kluge Kinder.
Darum lernen sie nicht oder nicht ausreichend das gute Gefühl kennen, was mit Lernen verbunden sein kann.
Darum ist Lernen in erster Linie dann "doof"... nicht, weil uncool ist, wie dann später vielleicht mal, sondern weil sie nicht ausreichend das Gefühl haben, etwas aus eigener Kraft wirklich zu schaffen. Wenn einem was nahezu immer einfach zufliegt, kostet es ja keine Kraft und darum zählt es nicht.
Ich weiß natürlich noch nicht, wie das nächstes Jahr tatsächlich wird, aber ich hoffe ganz arg auf Besserung und nehme dafür gern schlechtere Zensuren in Kauf!
Auch deswegen, weil ich sehe, dass die Anstrengungsbereitschaft mit den zu geringen Anforderungen offensichtlich ebenfalls nachlässt.
Aufgeblüht ist meine Tochter kürzlich, als ihr in Sachkunde wegen einer einzigen richtig schlechten Note (sie konnte Bundesländer, Städte und Flüsse nicht zuordnen, weil sie das nicht auswendig gelernt hatte. War ja bisher nie nötig gewesen...) die 1 im Zeugnis versaut zu sein schien.
Sie hat dann selbst gefragt, was sie noch machen kann und zwei zusätzliche Aufgaben bekommen. Eine selbst festgelegte (sie hat zum Thema Werbung einen Werbespot programmiert) und eine von der Lehrerin.
Am Werbespot hat sie natürlich begeisterst das ganze WE gearbeitet.
Die Aufgabe von der Lehrerin war ein Kurzvortrag, was sie gar nicht mag, weil sie da vor anderen sprechen muss.
Aber was soll ich sagen - sie hat sich echt dahintergeklemmt und am Ende sogar eine Art Schauspiel draus gemacht.
(Es ging um "Schule früher und heute" und sie hat teilweise eine Schulstunde von früher nachgestellt und nebenbei Sachinfos gegeben.)
Sie hatte ein bisschen Angst vor der eigenen Courage, aber die 1+, die sie dafür bekam, war dann endlich mal eine Zensur, mit der sie wirklich, wirklich zufrieden war, weil sie die als verdient empfunden hat!
Bisher war sie quasi noch nie so richtig stolz auf eine schulische Leistung, außer vielleicht noch auf den 3. Platz beim Känguru letztes Jahr.
Aktuell scheint mein Kind also deutlich motiviert(er).
Hoffen wir, dass es so bleibt!
Diesen Monat hat sie Pangea, Känguru und die Aufnahmeprüfung. Außerdem betreibt sie eine neue Sportart und ist bei einem Bläserworkshop (Bigband) dabei und - nicht zuletzt - der Frühling kommt. Ich denke aus meiner Erfahrung heraus, dass es ein guter Monat für sie werden wird.
PS: Was ich eigentlich sagen wollte - vor einem Jahr war hier auch noch alles anders und es ist sehr viel passiert seit dem 2. Halbjahr der 3. Klasse.
Mit der Aussicht auf neue Herausforderungen - und das ist die Aussicht auf eine neue Schule durchaus - kann sich durchaus noch mal was ändern.
Hat er denn Aufgaben, die ihn fordern?
Ich (und andere, wie z.B. ihr Instrumenallehrer) habe gezielt versucht, das Kind dazu zu bringen, gegen die Bequemlichkeit und Selbstzweifel öfter mal über ihren Schatten zu springen und es hat ihr bisher trotz Gemaule ihrerseits tatsächlich sehr gut getan!
Beispiel:
2 Wochen vor dem Kurzvortrag - siehe oben - hat sie z.B. zusammen mit einem anderen Mädchen bei einem kleinen örtlichen Konzert was vorgesungen. Sie, der schon Auftritte mit dem Chor unangenehm sind... Ihr war dann auch richtig schlecht kurz vorher... (und dann hat sie es souverän wie bei ihr im Ernstfall eigentlich immer sehr gut hinbekommen.)
Als sie am Morgen vor dem Kurzvortrag fragte, was sei, wenn sie das nicht hinbekomme und alles total schief liefe, sie sei so aufgeregt, habe ich gemeint:
"Du hast vor ein paar Tagen vor gut 70 Leuten fast allein vorgesungen und hast das prima hinbekommen - warum sollte es vor 25 Klassenkameraden denn anders sein?"
Sie hielt kurz inne und meinte zuversichtlich: "Hast recht, Mama!"
Ein ziemlich untypische Antwort von ihr, die sonst immer an allem, vor allem an sich selbst, zweifelt.
Aber da wusste ich, dass ihr der Auftritt gut getan hat, obwohl man sie dazu überreden hatte müssen...
Dito der neue Sport. Sie hing mir im letzten halben Jahr einfach zu viel sinnlos daheim herum, seit sie nicht mehr in den Hort geht. Abends hatte sie dann immer miese Laune. Darum fand ich, könnte ein Sport ihr vielleicht gut tun, durchaus auch als Erfahrung in einer neuen Gruppe in Hinsicht auf die neue Schule und Klasse.
Eigentlich wollte sie das gar nicht.
Ich hab ihr "verordnet", 2 neue Sportarten je ein Training lang zu testen, für eine solle sie sich entscheiden und danach wenigsten ein paar Mal hingehen.
Auch hier erst Gemoser.
Aber das eine davon machte dann irgendwie doch Spaß und wenn ich sie jetzt dort abends auf dem Arbeitsheimweg abhole, erzählt sie lebhaft wie sonst kaum, was sie für nette Spiele dort gemacht haben...
Lernen sei doof und in der Oberschule sein, hieße weniger davon... Und Mathe sei sowieso das allerschlimmste, was sie sich vorstellen könne. Sport und Kunst seien die einzigen Fächer, die einigermaßen Spaß machen.
Ich schrieb es anderer Stelle schon - es fehlen ihr wohl vor allem "positive Lernerfahrungen".
Eine Aufgabe, die nicht zu leicht und nicht zu schwer ist in Angriff nehmen, sich dahinter klemmen und damit Erfolg haben.
Das kommt einfach zu selten vor im Grundschulalltag für viele kluge Kinder.
Darum lernen sie nicht oder nicht ausreichend das gute Gefühl kennen, was mit Lernen verbunden sein kann.
Darum ist Lernen in erster Linie dann "doof"... nicht, weil uncool ist, wie dann später vielleicht mal, sondern weil sie nicht ausreichend das Gefühl haben, etwas aus eigener Kraft wirklich zu schaffen. Wenn einem was nahezu immer einfach zufliegt, kostet es ja keine Kraft und darum zählt es nicht.
Ich weiß natürlich noch nicht, wie das nächstes Jahr tatsächlich wird, aber ich hoffe ganz arg auf Besserung und nehme dafür gern schlechtere Zensuren in Kauf!
Auch deswegen, weil ich sehe, dass die Anstrengungsbereitschaft mit den zu geringen Anforderungen offensichtlich ebenfalls nachlässt.
Aufgeblüht ist meine Tochter kürzlich, als ihr in Sachkunde wegen einer einzigen richtig schlechten Note (sie konnte Bundesländer, Städte und Flüsse nicht zuordnen, weil sie das nicht auswendig gelernt hatte. War ja bisher nie nötig gewesen...) die 1 im Zeugnis versaut zu sein schien.
Sie hat dann selbst gefragt, was sie noch machen kann und zwei zusätzliche Aufgaben bekommen. Eine selbst festgelegte (sie hat zum Thema Werbung einen Werbespot programmiert) und eine von der Lehrerin.
Am Werbespot hat sie natürlich begeisterst das ganze WE gearbeitet.
Die Aufgabe von der Lehrerin war ein Kurzvortrag, was sie gar nicht mag, weil sie da vor anderen sprechen muss.
Aber was soll ich sagen - sie hat sich echt dahintergeklemmt und am Ende sogar eine Art Schauspiel draus gemacht.
(Es ging um "Schule früher und heute" und sie hat teilweise eine Schulstunde von früher nachgestellt und nebenbei Sachinfos gegeben.)
Sie hatte ein bisschen Angst vor der eigenen Courage, aber die 1+, die sie dafür bekam, war dann endlich mal eine Zensur, mit der sie wirklich, wirklich zufrieden war, weil sie die als verdient empfunden hat!
Bisher war sie quasi noch nie so richtig stolz auf eine schulische Leistung, außer vielleicht noch auf den 3. Platz beim Känguru letztes Jahr.
Aktuell scheint mein Kind also deutlich motiviert(er).
Hoffen wir, dass es so bleibt!
Diesen Monat hat sie Pangea, Känguru und die Aufnahmeprüfung. Außerdem betreibt sie eine neue Sportart und ist bei einem Bläserworkshop (Bigband) dabei und - nicht zuletzt - der Frühling kommt. Ich denke aus meiner Erfahrung heraus, dass es ein guter Monat für sie werden wird.
PS: Was ich eigentlich sagen wollte - vor einem Jahr war hier auch noch alles anders und es ist sehr viel passiert seit dem 2. Halbjahr der 3. Klasse.
Mit der Aussicht auf neue Herausforderungen - und das ist die Aussicht auf eine neue Schule durchaus - kann sich durchaus noch mal was ändern.
Hat er denn Aufgaben, die ihn fordern?
Ich (und andere, wie z.B. ihr Instrumenallehrer) habe gezielt versucht, das Kind dazu zu bringen, gegen die Bequemlichkeit und Selbstzweifel öfter mal über ihren Schatten zu springen und es hat ihr bisher trotz Gemaule ihrerseits tatsächlich sehr gut getan!
Beispiel:
2 Wochen vor dem Kurzvortrag - siehe oben - hat sie z.B. zusammen mit einem anderen Mädchen bei einem kleinen örtlichen Konzert was vorgesungen. Sie, der schon Auftritte mit dem Chor unangenehm sind... Ihr war dann auch richtig schlecht kurz vorher... (und dann hat sie es souverän wie bei ihr im Ernstfall eigentlich immer sehr gut hinbekommen.)
Als sie am Morgen vor dem Kurzvortrag fragte, was sei, wenn sie das nicht hinbekomme und alles total schief liefe, sie sei so aufgeregt, habe ich gemeint:
"Du hast vor ein paar Tagen vor gut 70 Leuten fast allein vorgesungen und hast das prima hinbekommen - warum sollte es vor 25 Klassenkameraden denn anders sein?"
Sie hielt kurz inne und meinte zuversichtlich: "Hast recht, Mama!"
Ein ziemlich untypische Antwort von ihr, die sonst immer an allem, vor allem an sich selbst, zweifelt.
Aber da wusste ich, dass ihr der Auftritt gut getan hat, obwohl man sie dazu überreden hatte müssen...
Dito der neue Sport. Sie hing mir im letzten halben Jahr einfach zu viel sinnlos daheim herum, seit sie nicht mehr in den Hort geht. Abends hatte sie dann immer miese Laune. Darum fand ich, könnte ein Sport ihr vielleicht gut tun, durchaus auch als Erfahrung in einer neuen Gruppe in Hinsicht auf die neue Schule und Klasse.
Eigentlich wollte sie das gar nicht.
Ich hab ihr "verordnet", 2 neue Sportarten je ein Training lang zu testen, für eine solle sie sich entscheiden und danach wenigsten ein paar Mal hingehen.
Auch hier erst Gemoser.
Aber das eine davon machte dann irgendwie doch Spaß und wenn ich sie jetzt dort abends auf dem Arbeitsheimweg abhole, erzählt sie lebhaft wie sonst kaum, was sie für nette Spiele dort gemacht haben...