Re: Neu hier
Verfasst: Mo 20. Jul 2020, 12:01
Hallo Hetepheres!
Deine Beweggründe kann ich gut nachvollziehen und auch deine persönliche Geschichte ähnelt meiner. Auch ich habe in meiner Schulzeit nie lernen "gelernt" (war in der Hauptschule nie nötig) und die höherer Schule habe ich nach 1/2 Jahr mit 4 "nicht genügend" im Halbjahreszeugnis abgebrochen, weil mich damals unvorstellbar war, für diese Schule wirklich LERNEN zu müssen. Das habe ich erst später bei der Studienberechtigungsprüfung und im Studium (welches ich nach der Geburt meines mehrfach behinderten Sohnes abgebrochen habe) gelernt.
Ich finde dich nicht arrogant. Bin selbst sehr ähnlich gestrickt, auch wenn ich meine Gedanken bisher nicht so detailliert hier offengelegt habe (auch weil sie missverstanden werden könnten, was mir die Reaktion auf deinen Beitrag bestätigt hat)
.
Ich habe mühsam lernen müssen, damit zu leben, dass andere von der Hochbegabung meines älteren Sohnes genauso wenig verstehen wie von der Behinderung meines jüngeren Sohnes, aber trotzdem eine klare (vorgefasste) Meinung dazu haben. Und ich nutze dieses Forum (ähnlich wie sinus) in erster Linie zum eigenen Brainstorming. Manche Beiträge sind hilfreich und anregend, andere nicht, die sind schneller vergessen als gelesen
. Wobei ich schon seit Jahren hier schreibe und von wirklich JEDEM der anderern, regelmäßigen Teilnehmer sowohl hilfreiche als auch (nach MEINEM Verständnis
) unnötige Beiträge gelesen habe.
Früher war ich vor allem was die Meinung zu meinen Kindern betraf viel dünnhäutiger. Ich habe viel gerechtfertigt, zu erklären versucht, wollte in meinem Bemühen schlichtweg verstanden werden. Nicht, dass ich mich jetzt NICHT mehr freue, wenn ich verstanden werde, aber es ist mir längst nicht mehr so wichtig.
Mein jüngerer Sohn ist gehörlos und autistisch, aber normal intelligent mit einem abenteuerlichen Intelligenzprofil (Bandbreite von geistiger Behinderung bis Hochbegabung, mehr als 70 IQ-Punkte zwischen bestem und schlechtestem Unterwert). Da er aber nicht spricht, sondern lautiert, und einige Tics hat (z.B. Kopfzucken) halten ihn die meisten Menschen, die ihn nicht kennen, für geistig behindert. Wie habe ich mich früher, als er noch kleiner war, bemüht, diese Irrtümer auszuräumen! Aber je mehr ich erklärt habe, desto mitleidiger wurden die Blicke meiner Mitmenschen. Mir kam vor als könne ich die Gedanken der anderen lesen "Na eh klar, die arme Mutter will die geistige Behinderung nicht wahr haben und redet es sich schön!". Und ich kam mir erinnert vor an Gespräche, wo ich versucht habe, zu rechtfertigen, dass mein älterer Sohn mit 2 Jahren alle Buchstaben kannte und an die gelesenen Gedanken "Das gibt es doch nicht dass ein Kind das in dem Alter schon kann, OHNE dass viel mit ihm geübt wurde!".
Nun, ich habe aufgehört, Gedanken zu lesen, und selbst wenn sie ganz offensichtlich in den Gesichtern stehen kümmere ich mich einfach nicht drum
. Das hilft mir meine Entscheidungen unabhängig von der Meinung anderer, quasi "unbedarft" zu treffen. Und diese Entscheidungen sind besser als jene, welche ich treffe, wenn ich vorurteilsbehaftete Überlegungen anderer einbeziehe. Dann niemand kennt meine Kinder besser als ich.
Und deine Tochter kennt niemand besser als du.Unabhängig davon, wie dich manche Leute hier sehen, kannst du hier einiges mitnehmen. Vor allem aber glaubt hier niemand (oder besser gesagt: fast niemand
) dass du ständig aktiv mit deiner Tochter was übst, weil du dich in ihr verwirklichen oder mit ihr brillieren willst. Allein das ist schon anders als beim Großteil der anderen Eltern.
Deine Beweggründe kann ich gut nachvollziehen und auch deine persönliche Geschichte ähnelt meiner. Auch ich habe in meiner Schulzeit nie lernen "gelernt" (war in der Hauptschule nie nötig) und die höherer Schule habe ich nach 1/2 Jahr mit 4 "nicht genügend" im Halbjahreszeugnis abgebrochen, weil mich damals unvorstellbar war, für diese Schule wirklich LERNEN zu müssen. Das habe ich erst später bei der Studienberechtigungsprüfung und im Studium (welches ich nach der Geburt meines mehrfach behinderten Sohnes abgebrochen habe) gelernt.
Ich finde dich nicht arrogant. Bin selbst sehr ähnlich gestrickt, auch wenn ich meine Gedanken bisher nicht so detailliert hier offengelegt habe (auch weil sie missverstanden werden könnten, was mir die Reaktion auf deinen Beitrag bestätigt hat)
Ich habe mühsam lernen müssen, damit zu leben, dass andere von der Hochbegabung meines älteren Sohnes genauso wenig verstehen wie von der Behinderung meines jüngeren Sohnes, aber trotzdem eine klare (vorgefasste) Meinung dazu haben. Und ich nutze dieses Forum (ähnlich wie sinus) in erster Linie zum eigenen Brainstorming. Manche Beiträge sind hilfreich und anregend, andere nicht, die sind schneller vergessen als gelesen
Früher war ich vor allem was die Meinung zu meinen Kindern betraf viel dünnhäutiger. Ich habe viel gerechtfertigt, zu erklären versucht, wollte in meinem Bemühen schlichtweg verstanden werden. Nicht, dass ich mich jetzt NICHT mehr freue, wenn ich verstanden werde, aber es ist mir längst nicht mehr so wichtig.
Mein jüngerer Sohn ist gehörlos und autistisch, aber normal intelligent mit einem abenteuerlichen Intelligenzprofil (Bandbreite von geistiger Behinderung bis Hochbegabung, mehr als 70 IQ-Punkte zwischen bestem und schlechtestem Unterwert). Da er aber nicht spricht, sondern lautiert, und einige Tics hat (z.B. Kopfzucken) halten ihn die meisten Menschen, die ihn nicht kennen, für geistig behindert. Wie habe ich mich früher, als er noch kleiner war, bemüht, diese Irrtümer auszuräumen! Aber je mehr ich erklärt habe, desto mitleidiger wurden die Blicke meiner Mitmenschen. Mir kam vor als könne ich die Gedanken der anderen lesen "Na eh klar, die arme Mutter will die geistige Behinderung nicht wahr haben und redet es sich schön!". Und ich kam mir erinnert vor an Gespräche, wo ich versucht habe, zu rechtfertigen, dass mein älterer Sohn mit 2 Jahren alle Buchstaben kannte und an die gelesenen Gedanken "Das gibt es doch nicht dass ein Kind das in dem Alter schon kann, OHNE dass viel mit ihm geübt wurde!".
Nun, ich habe aufgehört, Gedanken zu lesen, und selbst wenn sie ganz offensichtlich in den Gesichtern stehen kümmere ich mich einfach nicht drum
Und deine Tochter kennt niemand besser als du.Unabhängig davon, wie dich manche Leute hier sehen, kannst du hier einiges mitnehmen. Vor allem aber glaubt hier niemand (oder besser gesagt: fast niemand