Ja, wir haben es entschieden - gegen eine Einschulung jetzt. Vor allem, weil es an der Schule der Großen halt partout nicht gehen würde und ich eben so gar nicht weiß, was in der anderen Schule auf uns zukommt. Das wäre mir jetzt alles zu kurzfristig und überstürzt. Da stünde ich nicht voll dahinter...
Auch wenn ich durchaus Sorgen habe das kommende lange Kigajahr und dann auch die Grundschulzeit betreffend.
Wäre das Kind nur ein halbes Jahr älter, hätte die Entscheidung sicher anders ausgesehen. Oder wenn sie eine Chance an der kleineren und gut bekannten Schule gehabt hätte, wofür ich leider einfach zu spät aktiv geworden bin.
Das Gutachten, das inzwischen kam, las sich übrigens nicht so, als sollten wir sie jetzt nicht einschulen, es war einer Einschulung gegenüber recht positiv formuliert, aber mit dem Vermerk, dass sie bei Einschulung jetzt zumindest gegenüber den eineinhalb Jahre älteren Kindern ihren intellektuellen Vorsprung einbüßen würde und es zumindest nach der Grundschulzeit im Hinblick aufs Gymnasium später auch zu einer Überforderung kommen könnte. Dass solche langfristigen Prognosen aber in dem Alter noch sehr unzuverlässig seien. Sie sollte bei Einschulung jetzt nach Möglichkeit von Anfang an aber gleich Lerntechniken erlernen, da das Arbeitsverhalten eine sehr wesentliche Rolle für gute Schulleistungen spielen würde. Das sei bei ihr aber auch schon überdurchschnittlich. (Also Frustrationstoleranz, Ausdauer, Konzentrationsspanne... ich hoffe sehr, das hilft ihr auch mit Unterforderung klar zu kommen und bleibt ihr dabei auch noch erhalten...

)
Bei Einschulung nächstes Jahr sollte auf differenzierenden Unterricht geachtet werden.
Mit Blick auf die Ergebnisse mit den höchsten Werten beim logischen Schlussfolgern, könnte ich mir vorstellen, dass das Kind später vielleicht mal auch auf die Schule möchte, auf die die Große jetzt wechseln wird.
Die hat aber nicht nur eine Aufnahmeprüfung, sondern insgesamt auch recht hohe Anforderungen, d.h. dort wird sie auch bessere Chancen haben, wenn sie dort nicht so viel jünger anfängt, als all die anderen mathematisch Begabten, die sich ja tendenziell auch für diese Schule entscheiden...
Dass es dafür so jetzt besser sein wird, damit tröste ich mich jetzt eine wenig...
Und im Notfall kann sie nach der ersten Klasse ja auch notfalls noch springen.
Für das letzte Kigajahr und die Grundschule sind wir diesmal immerhin jetzt besser vorbereitet und informiert, als bei der Großen und ich weiß, worauf ich achten muss und wo wir ansetzen werden, wenn es nötig wird.
Und das Kind ist ja auch bisschen anders gestrickt, als die Schwester. Sie zweifelt nicht so schnell an sich, ist geduldiger und selbstbewusster. Sie ruht mehr in sich.
Und sie hat zu Hause oft ältere Kinder um sich, das hatte die Große ja nicht.
Ich habe jetzt beide Grundschulen schon angeschrieben und um einen Termin gebeten. Dort werde ich sehr gezielt fragen, was gemacht wird, und schneller Kinder zu fördern.
Für die Wunschschule des Kindes (die der Großen) habe ich das Glück, dass das Kind meines Cousin in der Klasse ist, wo dann nächstes Jahr die Klassenlehrerin frei wird.
Da kann ich sicher auch noch bisschen gezielter "nachforschen". Und die Direktorin scheint mir uns sehr wohlgesonnen. Vielleicht tut sich ja da auch noch was in dem Sinne, dass die Lehrer sich doch mal noch informieren, wie gute Differenzierung aussehen kann.
Auf keinen Fall sollte das Kind dieselbe Mathelehrerin bekommen, wie die Große.
Was uns sicher auch helfen wird ist, dass die Große mir sehr detailliert sagen kann, wo und warum es für sie "am schlimmsten" war und was ihr geholfen hat.
Ansonsten habe ich jetzt einige Spiele bestellt, die uns die Beratungsstelle empfohlen hat. Davon werde ich was einfach auch mit in den Kindergarten geben.
Dann werde ich über die Freizeit den Kontakt zum Großcousin versuchen zu intensivieren. Sie spielt schon jetzt recht gern mit ihm und besucht nächstes Jahr auch mit ihm zusammen das "Intrumentenkarussell" in der Musikschule und wird mit ihm zusammen eingeschult. Er wohnt hier auch gleich am anderen Ende der Straße. An sich reicht ja vielleicht EIN Freund auf gleicher Wellenlänge zum Spielen im Kiga. Der Großcousin ist zwar 3 Monate jünger, aber im Kopf auch ziemlich fit. (Er zählt wohl auch schon bis 100, sagt meine Tochter zumindest)
Mittwochs werd ich das Kind morgens daheim lassen und dann nachmittags mit in meine Malkurse für Grundschüler nehmen.
Und ich werde nochmal bei einer Beratungsstelle anrufen, die speziell für Hochbegabung imKindergarten berät und sie fragen, ob und was ich vielleicht für den Kigaalltag noch tun kann. Und dann ggf versuchen, noch mal mit der Erzieherin zu reden, dass sie schaut, dass im Vorschulprogramm auch mal paar kniffelige Aufgaben dabei sind.
(Das ist neben den für sie ganz sicher wichtigen Schwungübungen halt im Wesentlichen sowas wie Laute hören, Reimworte finden, Geschichten nacherzählen, Ziffern und Mengen erkennen ... das kann sie eigentlich alles schon.)