alibaba hat geschrieben:
Rabaukenmama hat geschrieben:
@alibaba:
Da irrst du dich, auch ein Kind, dem zu Hause NICHT vorgelesen wird, kann auswendig lernen. Man kann auch Fernsehsendungen, Radiosendungen, Hörspiele, Lieder aus dem Radio, usw. auswendig lernen. Und auch Kinder ohne förderndes Elternhaus leben ja nicht auf einer einsamen Insel. So besuchen die meisten von ihnen einen Kindergarten, wo durchaus vorgelesen wird oder Hörspiele angehört werden und haben außerdem Kontakt zu anderen Kindern, die von sich aus mit Liedern, Gedichten oder Geschichten daherkommen, die sie von zu Hause gehört haben.
Natürlich kann man das und doch irre ich nicht. Du reißt meine Aussage aus dem Kontext. Außerdem kann ich nicht im Ausschlussverfahren ALLES aufführen was noch machbar wäre. Mir geht es darum, dass nur mit einem aufmerksamen Elternhaus die Kinder ihr Potential voll entfalten können. Das fängt gleich nach der Geburt an und hört mit erst mit 18 Jahren auf. Denn erst dann sind die Synapsen soweit verknüpft, dass das Kind selbständig ist. Ich komme wieder auf das Marburger Hochbegabtenprojekt zurück, in dem auffiel, dass Kinder die "nur" in die Hauptschule gingen um 20 IQ-Punkte gesunken waren. Also auch hier sind wir als Eltern gefragt - Aufmerksamkeit endet ja nicht nach dem Kindergarten.
Und ich denke an die us-amerikanische Studie, wo die Kinder der Unterschicht in den Kindergarten gegeben wurden. Und siehe da, auch die entwickelten sich. Leider aber nicht wie erhofft - aber immerhin. Es ist eben nicht nur damit getan ein Kind in den Kindergarten zu geben.

Nein, alibaba, ich reiße deine Aussage nicht aus dem Kontext, ich relativiere sie nur. Ich stimme dir zu, dass Kinder in aufmerksamen Elternhäusern ihr Potential besser entfalten können und dass der IQ keine "fixe Größe" ist, sondern IMMER ein Zusammenspiel zwischen Genen und Umwelt.
Aber der Sohn von Mememe ist gerade mal 2,7 Jahre alt und da spielt das, was du schreibst, noch keine Rolle.
Wenn ein Kind mit der Veranlagung für einen IQ von 145 geboren wird, dann kann natürlich sein, dass dieses Kind mit 18 Jahren "nur noch" einen IQ von 135 hat, weil es nicht entsprechend gefördert wurde, die Eltern die falsche Schulwahl getroffen haben, niemand aufmerksam war, was die besondern Begabungen betraf. Ein Kind mit denselben Voraussetzungen in einem bemühten, fördernden Elternhaus hat dagen sein Potential maximal ausgeschöpft und mit 18 immer noch einen IQ vo 145. Wenn wir jetzt diese beiden Kinder im Alter von 3 Jahren vergleichen, dann ist der Unterschied zwischen ihnen so minimal, dass es nicht mal auffällt!
Daher sind deine Vergleichs-Argumente mit Berufung auf Marburger Hochbegabtenprojekt IN DEM FALL hinfällig. Wobei die unmittelbare fördernde bzw. nicht-fördernde Umgebung natürlich eine Rolle spielt. Ein hochbegabtes Kleinkind, welches nur mit Babyspielzeug spielen darf, und dem kognitv interessante Dinge verwehrt bleiben, wird sein Potential nicht zeigen, weil es einfach nicht die Möglichkeit dazu hat. So, wie ein Kind, welches an die Hand eines neben ihm langsam gehenden Erwachsenen gefesselt ist, nicht zeigen kann, wie schnell es zu laufen imstande wäre.
Kommt das unterforderte Kind aber später wieder in eine fördernde Umgebung (z.B. einen guten Kindergarten), so holt es schnell wieder auf und bekommt wieder mehr Zugriff auf das vorhandene Potential.
Dasselbe ist bei mißfits. Remo H. Largo beschreibt in seinem Buch "Kinderjahre" den Fall es Kindes Tobias. Bis 2 Jahre entwickelt er sich prächtig, bei einem deutlich überdurchschnittlichem Sprach- und Handlungs-IQ. Als er zwei Jahre ist lassen sich die Eltern scheiden und Tobias bleibt bei der Mutter, die ein halbes Jahr später an Brustkrebs erkrankt. Sie verbringt mehr als 3 Jahre großteils vim Krankenhaus, bevor sie stirbt. In der Zeit ist Tobias bei verschiedenen Pflegefamilien und in einem Heim untergebracht. Obwohl er gut behandelt wird uns sich die Pflegeeltern und Betreuer um ihn bemühen, wird er traurig und passiv und sein IQ sinkt auf ein deutlich unterdurchschnittliches Nivau. Dann, mit 7 Jahren, wird Tobias adoptiert. Er bekommt in den folgenden Jahren die notwendige Geborgenheit und Zuwendung, was sich auf sein psychisches WOhlbefinden und seine intelektuelle Leistungsfähigkeit sehr positiv auswirkt. Mit 14 Jahren sind sowohl Sprach- als auch Handlungs-IQ wieder im deutlich überdurchschnittlichen Bereich (ähnlich hoch wie in den ersten 2 Lebensjahren).
Dass Kinder allein vom Besuch der Hauptschule DAUERHAFT intelligenzmäßig sinken, halte ich schlichtweg für Quatsch. Nach deiner Bemerkung mit den -20 IQ-Punkten hätte ich tatsächlich einen IQ von 163, wenn ich NICHT in die Hauptschule gegangen wäre

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Tatsächlich kann ich mir durchaus vorstellen, dass grundsätzlich kluge Hauptschüler WÄHREND DER SCHULZEIT bei IQ-Tests schlechter abschneiden. Einerseits, weil sie in der Schule zu wenig gefordert werden und anderseits, weil in vielen Hauptschulen eine Null-Bock-Metalität erwartet wird, um zu den wirklich "coolen" peergroups dazu zu gehören. An vielen Gymnasien herrscht hingegen ein positiver Leistungs-Konkurrenzkampf wo sich gute Schüler gegenseitig dazu motivieren, das Beste aus sich herauszuholen. Gerade in der Pupertät sind Jugendliche sehr interessiert daran, die Erwartungshaltungen von Gleichaltrigen zu erfüllen.
Ich habe mit 14 Jahren für ein halbes Jahr den "polytechnischen Lehrgang" besucht, die Schule, wo man hingeht, um nach der Hauptschule sein letztes Pflichtschuljahr zu absolvieren. Da galt es als so was von "uncool" auch nur IRGEND ETWAS für die Schule zu tun. Einige Burschen aus meiner Klasse, die schon eine fixe Zusage für eine Lehrstelle oder einen Arbeitsplatz hatten, haben miteinander konkurriert, wer es schafft, die meisten 5er im Zeugnis zu bekommen! Da ich vor dieser Schule ein halbes Jahr in einer höheren Mädchenschule war (mit guter Klassengemeinschaft und positivem Leistungsdruck), ist mir der gewaltige Unterschied wirklich extrem aufgefallen. Ich bin mir auch sicher, dass mein getesteter IQ nach 3 Monaten im "polytechnischen Lehrgang" deutlich niedriger gewesen wäre als vorher an der höheren Schule! Aber eben nicht dauerhaft!
Fakt ist aber auch, dass sogar Erwachsene mit einer geregelten Arbeit nach 3 Wochen Urlaub bei Intelligenztests ein paar Punkterl schlechter abschneiden also sonst. Aber nach ein paar Tagen Arbeit sind sie wieder dort, wo sie waren. Ich gehe sogar so weit, zu behaupten, dass ein vielschichtiger, interessanter Arbeitsplatz, wo viel selbstständiges denken und handeln erwartet wird, bei Erwachsenen, die vorher einen eintönigen Arbeitsplatz hatten, den IQ erhöht (sofern nach oben - rein genetisch - noch Potential ist). Das bemerke ich in meiner Arbeit oft an neuen Kollegen. Da sind einige dabei, die einfach gar nicht imstande sind, sich das für diesen Job nötige Wissen anzueignen, aber auch einige, die erst mal stöhnen und glauben, sie würden es "nie" schaffen, dann aber tatsächlich binnen weniger Monate das zu lernen imstande sind, was andere in 10 Jahren noch nicht begriffen haben.
Das Hirn ist in der Hinsicht mit einem Muskel zu vergleichen, der bei idealem Training bessere Leistungen bringt als bei "Nichbenutzung", wo aber die maximale Leistungsfähigkeit trotzdem genetisch vorgegeben ist

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