Re: mein sohn
Verfasst: Di 1. Dez 2009, 12:20
Hallo!
Zum Thema frühe Einschulung habe ich mich neulich mit der Tante meines Mannes - selbst Grundschullehrerin - unterhalten, die etwas ähnliches (und wie ich finde ganz plausibles) zum Thema sagte:
Ihr Sohn ist selber seeeehr clever (inzwischen Anfang zwanzig und schreibt an seiner Doktorarbeit in Mathe). Sie hat sich damals mit dem mit fünfeinviertel einschulen schwer getan, weil sie fand, der Abstand zwischen den größten und den kleinsten sei ZU groß. Ihr Sohn ist dann in der 11. gesprungen und hat sich damit sehr wohl gefühlt...
Hier in Bayern haben wir gerade eine massive Vorverlegung des Einschulungszeitpunktes für alle Kinder, so dass mein Sohn als Dezemberkind mit fünfdreiviertel ein Muss-Kind sein wird. Kann-Kinder gibt es hier keine mehr, natürlich aber die Möglichkeit einer Rückstellung. Dadurch sinkt einfach der Alterdurchschnitt.
In BaWü (wir wohnen an der Landesgrenze) ist das ganze viel breiter gestreut. Die Kann-Kinder fangen im Oktober an und gehen bis Ende Juni des nächsten Jahres. Muss-Kinder können natürlich auch noch mal ein Jahr zurückgestellt werden. Also kann es zu extrem breiten Streuungen im Alter kommen. Dann sitzen knapp fünfjährige mit knapp siebenjährigen zusammen - und das OHNE eine explizite VORZEITIGE Einschulung.
Das kann sicher funktionieren, aber wahrscheinlich eher im Einzel- als im Regelfall, glaube ich.
Ich finde das Thema kompliziert und würde eine vorzeitige Einschulung immer von den Alternativen abhängig machen. Ist die Kita anregend? Hat das Kind dort Freunde? Oder ist es das einzige Kind, dass vernünftig sprechen kann (realer Fall in einer integrativen Einrichtung: meine Nichte war mit viereinhalb die einzige, die sprechen konnte - glücklicherweise konnte sie in eine Super-Kita wechseln!).
Also: Wenn mein Kind jetzt unglücklich wäre, weil es total unterfordert ist und ich keine Möglichkeit fände, das zu ändern oder zu kompensieren, würde ich vorzeitig einschulen - auch auf die Gefahr hin, dass das Kind später wiederholen muss.
Von BaWü und Berlin weiß ich, dass es dort (Projekt-)Schulen mit so genannter "Schuleingangsphase" gibt, die den Stoff der ersten beiden Schuljahre umfasst, aber in ein bis drei Jahren durchlaufen werden kann. Das trägt vielem Rechnung, wie schneller Auffassungsgabe, plötzlichen Entwicklungsschüben oder - pausen... Da ist dann weder das vorzeitige Einschulen als auch das zu lange gewartet haben ein Problem. Außerdem schulen hier einige Schulen zweimal jährlich ein, manche zum Jahreswechsel, manche zu Ostern - auch das entzerrt. Manche tun das nicht offiziell, nehmen aber auf Nachfrage bei entsprechendem Entwicklungsstand Kinder auf.
Wie sieht denn das in Ö mit dem Einschulen unter dem Schuljahr auf Antrag aus? Die meisten Lehrer, die ich in D kenne, wissen nicht, dass es das gibt, aber zumindest in BaWü liegt das im Ermessen vom Schuldirektor.
Mich beruhigt es jedenfalls, zu wissen, das es diese Möglichkeit gibt, auch im Hinblick auf eine mögliche Rückstellung auf die dann ein plötzlicher Entwicklungsschub folgen könnte... Ein Jahr ist eben verdammt lang - ein Fünftel bis Siebtel des bisherigen Lebens...
Ich hoffe, Du findest für Euch eine zufriedestellende bis glücklichmachende Lösung
Liebe Grüße
mattis
Zum Thema frühe Einschulung habe ich mich neulich mit der Tante meines Mannes - selbst Grundschullehrerin - unterhalten, die etwas ähnliches (und wie ich finde ganz plausibles) zum Thema sagte:
Ihr Sohn ist selber seeeehr clever (inzwischen Anfang zwanzig und schreibt an seiner Doktorarbeit in Mathe). Sie hat sich damals mit dem mit fünfeinviertel einschulen schwer getan, weil sie fand, der Abstand zwischen den größten und den kleinsten sei ZU groß. Ihr Sohn ist dann in der 11. gesprungen und hat sich damit sehr wohl gefühlt...
Hier in Bayern haben wir gerade eine massive Vorverlegung des Einschulungszeitpunktes für alle Kinder, so dass mein Sohn als Dezemberkind mit fünfdreiviertel ein Muss-Kind sein wird. Kann-Kinder gibt es hier keine mehr, natürlich aber die Möglichkeit einer Rückstellung. Dadurch sinkt einfach der Alterdurchschnitt.
In BaWü (wir wohnen an der Landesgrenze) ist das ganze viel breiter gestreut. Die Kann-Kinder fangen im Oktober an und gehen bis Ende Juni des nächsten Jahres. Muss-Kinder können natürlich auch noch mal ein Jahr zurückgestellt werden. Also kann es zu extrem breiten Streuungen im Alter kommen. Dann sitzen knapp fünfjährige mit knapp siebenjährigen zusammen - und das OHNE eine explizite VORZEITIGE Einschulung.
Das kann sicher funktionieren, aber wahrscheinlich eher im Einzel- als im Regelfall, glaube ich.
Ich finde das Thema kompliziert und würde eine vorzeitige Einschulung immer von den Alternativen abhängig machen. Ist die Kita anregend? Hat das Kind dort Freunde? Oder ist es das einzige Kind, dass vernünftig sprechen kann (realer Fall in einer integrativen Einrichtung: meine Nichte war mit viereinhalb die einzige, die sprechen konnte - glücklicherweise konnte sie in eine Super-Kita wechseln!).
Also: Wenn mein Kind jetzt unglücklich wäre, weil es total unterfordert ist und ich keine Möglichkeit fände, das zu ändern oder zu kompensieren, würde ich vorzeitig einschulen - auch auf die Gefahr hin, dass das Kind später wiederholen muss.
Von BaWü und Berlin weiß ich, dass es dort (Projekt-)Schulen mit so genannter "Schuleingangsphase" gibt, die den Stoff der ersten beiden Schuljahre umfasst, aber in ein bis drei Jahren durchlaufen werden kann. Das trägt vielem Rechnung, wie schneller Auffassungsgabe, plötzlichen Entwicklungsschüben oder - pausen... Da ist dann weder das vorzeitige Einschulen als auch das zu lange gewartet haben ein Problem. Außerdem schulen hier einige Schulen zweimal jährlich ein, manche zum Jahreswechsel, manche zu Ostern - auch das entzerrt. Manche tun das nicht offiziell, nehmen aber auf Nachfrage bei entsprechendem Entwicklungsstand Kinder auf.
Wie sieht denn das in Ö mit dem Einschulen unter dem Schuljahr auf Antrag aus? Die meisten Lehrer, die ich in D kenne, wissen nicht, dass es das gibt, aber zumindest in BaWü liegt das im Ermessen vom Schuldirektor.
Mich beruhigt es jedenfalls, zu wissen, das es diese Möglichkeit gibt, auch im Hinblick auf eine mögliche Rückstellung auf die dann ein plötzlicher Entwicklungsschub folgen könnte... Ein Jahr ist eben verdammt lang - ein Fünftel bis Siebtel des bisherigen Lebens...
Ich hoffe, Du findest für Euch eine zufriedestellende bis glücklichmachende Lösung
Liebe Grüße
mattis