Junge, 4 Jahre + 8 Monate, nächstes Jahr einschulen?
Verfasst: So 14. Aug 2011, 19:47
Liebe Forumsmitglieder.
Nachdem ich in einem anderen Thread nette Antworten bekam und ich weiter hier gestöbert habe, möchte ich nun gerne auch das Thema der votzeitigen Einschulung anschneiden. Die Beschreibung ist sehr ausführlich, aber ich will nichts vergessen...
Mein Sohn (4 Jahre, 8 Monate) ist sehr interessiert an allem, was man in der Schule lernt. Das ist bewusst so fomuliert, da ich nicht weiß ob es das starke Interesse ist, das ihn leitet oder er ein besonderes Talent hat.
Es begann ca mit 2, 25 Jahren. Als er richtig reden konnte, fragte er zunächst nach Zeichen, dann nach Buchstaben. Mit drei wollte er seinen Namen schreiben und lernte es auch sehr leicht. Mit dreieinhalb folgten Mama, Papa, Oma, Opa und der Name seines Bruders (natürlich erst vorgeschrieben. Das sag ich bewusst, ich will Euch nicht auf die HB-Fährte locken, sondern ne ehrliche Antwort). Er konnte die Worte aber alsbald ohne Vorschreiben "auswendig" schreiben. Buchstaben erkennt er zu diesem Zeitpunkt einzelne und kann sie schreiben.
Was das Rechnen angeht, hatten wir mal eine "Hoch-Zeit" vor seinem vierten Geburtstag. Da hat er immer "Aufgaben" rechnen wollen. Aber nur im zehner Raum. Addieren, Subtrahieren. Das ging gut, aber er nahm meist die Finger. Er verstand aber, was "das Doppelte von" ist und wusste, wie man etwas durch 2 teilt und rechnete es dann auch korrekt aus. Wobei ich nicht weiß, warum er hierzu keine Finger braucht. Dann hat er sich gar nicht mehr interessiert dafür. Es waren erst mal wieder Buchstaben dran.
Nach dem ich ihm mit 4 J +2 M an einem Beispiel gezeigt habe, wie die Buchstaben zusammen klingen (M und o gibt Mo), meinte er: "und guck mal so" (er schreibt noch mal "Mo" dazu) "heißt es dann Momo" (Spizname eines bekannten Kindes). Ab da versucht er immer wieder mal zu lesen.
Wir haben dann bewusst versucht, Tempo rauszunehmen, indem wir Musikunterricht angeboten haben. Er wollte unbedingt ein bestimmtes Instrument spielen (mein Mann und ich machen beide Musik), wir haben ihn nach langem Überlegen gelassen. Laut seinem Lehrer klappt es "erstaunlich gut". Er will das unbedingt und spielt jeden Tag schon vorm Frühstück (so wie er sonst um diese Zeit "geschrieben" oder "gerechnet" hat). Die Rechnung ging auf: Lesen und Rechnen war erst mal out.
Nun stellt es sich so dar, dass er derzeit wieder fast jeden Abend selbst lesen möchte. Er liest aus einer Fibel selbständig leichte (unbekannte) zweisilbige Worte, versteht sie und versteht auch gelesene Sätze. Er sagt nun auch ständig Dinge wie: "Oh, Bank hat ja zwei Bedeutungen: Die Bank zum Sitzen und die, wo man Geld holt". Oder: Mama, müssen wir uns beeilen? Ich: Nein. Er: sind wir zu früh? Ich: Nein, auch nicht. Er: also kommen wir rechtzeitig. Man kann ja auch sagen: pünktlich, oder? Zudem schreibt er Worte nach Gehör auf (zB heute Kino).
Das ganze kommt jetzt irgendwie wieder so plötzlich, nachdem ja eine Weile "Pause" war. Nun bringt es mich ins Grübeln, weil mir bewusst wurde, das die neuen Vorschulkinder im Kindergarten ja nun noch ein ganzes Jahr älter sind. Das heißt er macht das Vorschulprogramm erst ab nächstes Jahr im Sommer. Die Kinder machen da zB das Würzburger Sprachprogramm, wo sie lernen, welche (An)leute sich hinter welchem Wort verbergen.
Das kann er doch jetzt schon längst. Wird er sich dann nicht langweilen? Sollte ich ihn nun schon in die Vorschule schicken und dann nächstes Jahr mit 4 J + 8 M einschulen? Er ist sog. "Kann-Kind", das würde also gehen.
Es spricht aber auch so viel dagegen: Er wär dann mir Abstand der Jüngste. Ehrlich gesagt scheue ich auch das Geschwätz im kleinen Dorf...eher werden die Kinder "der kindheit zu Liebe später eingeschult (ich weiß, kein Argument). Außerdem hab ich Angst, dass ich meine Geschichte auf ihn projeziere. Ich konnte auch schon lesen und rechnen vor der Schule. Dort wurde ich auch zeitweise von den andern weggesetzt um andere Aufgaben zu lösen (für damals ja direkt fortschrittlich). Die Lehrer wollten, dass ich die erste Klasse überspringe, aber meine Mutter hatte ihre Gründe dagegen. Meine Schullaufbahn war sehr erfolgreich, fast ohne Aufwand kam mit guten bis sehr guten Noten durchs Abi. Leider habe ich nie gelernt zu lernen, was mir Probleme an der Uni brachte. Das wünsche ich mir eigentlich anders für meinen Sohn, wenngleich ein Schulleben mit vielen Hobbies und Freunden (viele Fehlstunden) natürlich aus damaliger Sicht auch sehr angenehm war.
Dagegen spricht vielleicht auch seine emotionale Entwicklung. Ich kann ihn bspw nicht im Auto lassen, um kurz beim Bäcker Brötchen zu holen (echte panische Angst). Beim Musiklehrer bleibt er aber ohne Weiteres alleine. Auch ist er den anderen Kindern definitiv körperlich noch unterlegen.
Er selbst wär übrigens gerne ein Schulkind, wobei ich bezweifle, dass er die Konsequenzen abschätzen kann.
Meines Erachtens: Entwicklungsvorsprung und hohe Lernmotivation. Aber er ist doch noch so klein. Ich hätte gerne eine Einschätzung von Euch bereits zu diesem Zeitpunkt, da die Entscheidung bei mir zwar noch Zeit hat, ich aber auch alle Erwägungen einbeziehen möchte.
Danke im Voraus!
Nachdem ich in einem anderen Thread nette Antworten bekam und ich weiter hier gestöbert habe, möchte ich nun gerne auch das Thema der votzeitigen Einschulung anschneiden. Die Beschreibung ist sehr ausführlich, aber ich will nichts vergessen...
Mein Sohn (4 Jahre, 8 Monate) ist sehr interessiert an allem, was man in der Schule lernt. Das ist bewusst so fomuliert, da ich nicht weiß ob es das starke Interesse ist, das ihn leitet oder er ein besonderes Talent hat.
Es begann ca mit 2, 25 Jahren. Als er richtig reden konnte, fragte er zunächst nach Zeichen, dann nach Buchstaben. Mit drei wollte er seinen Namen schreiben und lernte es auch sehr leicht. Mit dreieinhalb folgten Mama, Papa, Oma, Opa und der Name seines Bruders (natürlich erst vorgeschrieben. Das sag ich bewusst, ich will Euch nicht auf die HB-Fährte locken, sondern ne ehrliche Antwort). Er konnte die Worte aber alsbald ohne Vorschreiben "auswendig" schreiben. Buchstaben erkennt er zu diesem Zeitpunkt einzelne und kann sie schreiben.
Was das Rechnen angeht, hatten wir mal eine "Hoch-Zeit" vor seinem vierten Geburtstag. Da hat er immer "Aufgaben" rechnen wollen. Aber nur im zehner Raum. Addieren, Subtrahieren. Das ging gut, aber er nahm meist die Finger. Er verstand aber, was "das Doppelte von" ist und wusste, wie man etwas durch 2 teilt und rechnete es dann auch korrekt aus. Wobei ich nicht weiß, warum er hierzu keine Finger braucht. Dann hat er sich gar nicht mehr interessiert dafür. Es waren erst mal wieder Buchstaben dran.
Nach dem ich ihm mit 4 J +2 M an einem Beispiel gezeigt habe, wie die Buchstaben zusammen klingen (M und o gibt Mo), meinte er: "und guck mal so" (er schreibt noch mal "Mo" dazu) "heißt es dann Momo" (Spizname eines bekannten Kindes). Ab da versucht er immer wieder mal zu lesen.
Wir haben dann bewusst versucht, Tempo rauszunehmen, indem wir Musikunterricht angeboten haben. Er wollte unbedingt ein bestimmtes Instrument spielen (mein Mann und ich machen beide Musik), wir haben ihn nach langem Überlegen gelassen. Laut seinem Lehrer klappt es "erstaunlich gut". Er will das unbedingt und spielt jeden Tag schon vorm Frühstück (so wie er sonst um diese Zeit "geschrieben" oder "gerechnet" hat). Die Rechnung ging auf: Lesen und Rechnen war erst mal out.
Nun stellt es sich so dar, dass er derzeit wieder fast jeden Abend selbst lesen möchte. Er liest aus einer Fibel selbständig leichte (unbekannte) zweisilbige Worte, versteht sie und versteht auch gelesene Sätze. Er sagt nun auch ständig Dinge wie: "Oh, Bank hat ja zwei Bedeutungen: Die Bank zum Sitzen und die, wo man Geld holt". Oder: Mama, müssen wir uns beeilen? Ich: Nein. Er: sind wir zu früh? Ich: Nein, auch nicht. Er: also kommen wir rechtzeitig. Man kann ja auch sagen: pünktlich, oder? Zudem schreibt er Worte nach Gehör auf (zB heute Kino).
Das ganze kommt jetzt irgendwie wieder so plötzlich, nachdem ja eine Weile "Pause" war. Nun bringt es mich ins Grübeln, weil mir bewusst wurde, das die neuen Vorschulkinder im Kindergarten ja nun noch ein ganzes Jahr älter sind. Das heißt er macht das Vorschulprogramm erst ab nächstes Jahr im Sommer. Die Kinder machen da zB das Würzburger Sprachprogramm, wo sie lernen, welche (An)leute sich hinter welchem Wort verbergen.
Das kann er doch jetzt schon längst. Wird er sich dann nicht langweilen? Sollte ich ihn nun schon in die Vorschule schicken und dann nächstes Jahr mit 4 J + 8 M einschulen? Er ist sog. "Kann-Kind", das würde also gehen.
Es spricht aber auch so viel dagegen: Er wär dann mir Abstand der Jüngste. Ehrlich gesagt scheue ich auch das Geschwätz im kleinen Dorf...eher werden die Kinder "der kindheit zu Liebe später eingeschult (ich weiß, kein Argument). Außerdem hab ich Angst, dass ich meine Geschichte auf ihn projeziere. Ich konnte auch schon lesen und rechnen vor der Schule. Dort wurde ich auch zeitweise von den andern weggesetzt um andere Aufgaben zu lösen (für damals ja direkt fortschrittlich). Die Lehrer wollten, dass ich die erste Klasse überspringe, aber meine Mutter hatte ihre Gründe dagegen. Meine Schullaufbahn war sehr erfolgreich, fast ohne Aufwand kam mit guten bis sehr guten Noten durchs Abi. Leider habe ich nie gelernt zu lernen, was mir Probleme an der Uni brachte. Das wünsche ich mir eigentlich anders für meinen Sohn, wenngleich ein Schulleben mit vielen Hobbies und Freunden (viele Fehlstunden) natürlich aus damaliger Sicht auch sehr angenehm war.
Dagegen spricht vielleicht auch seine emotionale Entwicklung. Ich kann ihn bspw nicht im Auto lassen, um kurz beim Bäcker Brötchen zu holen (echte panische Angst). Beim Musiklehrer bleibt er aber ohne Weiteres alleine. Auch ist er den anderen Kindern definitiv körperlich noch unterlegen.
Er selbst wär übrigens gerne ein Schulkind, wobei ich bezweifle, dass er die Konsequenzen abschätzen kann.
Meines Erachtens: Entwicklungsvorsprung und hohe Lernmotivation. Aber er ist doch noch so klein. Ich hätte gerne eine Einschätzung von Euch bereits zu diesem Zeitpunkt, da die Entscheidung bei mir zwar noch Zeit hat, ich aber auch alle Erwägungen einbeziehen möchte.
Danke im Voraus!