Neckri hat geschrieben:Hallo Heiner,
glücklicherweise gibt es - neben dem IQ - noch viele andere Eigenschaften von Kindern, von denen etliche eine Schnittmenge mit einem hochbegabten Mädchen bilden können.
Hallo Neckri,
da stimme ich Dir voll und ganz zu, aber eben genau diese Schnittmenge ist nachweisbar in einem Umfeld, das alleine nach dem willkürlichen Kriterium Lebensalter in Kindergarten und Schule zusammengestellt wird, sehr klein und sie ist vor allem in den Bereichen völlig unzureichend, in denen es um psychosoziale Entwicklung geht.
Neckri hat geschrieben:
Das Postulat einer Alleinstellung durch den IQ-Unterschied kann dagegen ungewollt zur Einsamkeit führen, die deine Tochter durchaus schmerzlicher empfinden könnte, als die Mühe, die Denkweise ihrer übrigen Altersgenossen zu akzeptieren...
Es ist aus meiner Sicht genau umgekehrt, sein Kind einem Umfeld zu überlassen, wo die Wahrscheinlichkeit für eine erlebte innere Einsamkeit sehr hoch ist (Stichwort Kindergefängnis) und nur (noch dazu sehr unwahrscheinliche) Zufälle helfen können, halte ich für falsch. Das Verstehen und Akzeptieren der Denkweisen anderer ist nicht etwas das man in der Kindergarten- und Grundschulzeit lernt und schon mal gar nicht von anderen Kindern, solche sozialen Kompetenzen erlernt man von Menschen die diese bereits haben und das sind Erwachsene.
Neckri hat geschrieben:
An deiner Stelle würde ich nichts der Wahrscheinlichkeitsrechnung überlassen, was auch durch die schönen Fügungen des wunderbar chaotischen Lebens geregelt werden könnte.
Viele Grüße von Neckri
Mit -durch andere verursachtest Chaos- im Leben kenne ich mich aller bestens aus und ich weiß auch auf der anderen Seite, durch eigenes Erleben, wie entspannend es ist sich mit anderen Hochbegabten zu treffen und mal einfach so sein zu dürfen wie man tatsächlich ist, das sind Momente die man als hochbegabtes Kind in der Schule so gut wie nie erlebt, man bewegt sich dort über sehr lange Jahre immer in einem Umfeld, mit dem man zwar zurecht kommt, mit dem man sich arrangieren und dem man sich anpassen kann, aber vom Erleben her ist es doch wie eine zwangsweiser Aufenthalt auf einem fremden Planeten, auf dem man im Prinzip alleine ist und auch nur selten „Seelenverwandte“ trifft, die dann aber auch eigentlich nur gestresst sind und um ihr „Überleben“ kämpfen.
… und Thema Wahrscheinlichkeitsrechnung; …wie oft trifft „man“ als Kind auf Hochbegabte in der Grundschule, das ist schon bei Schülern eher selten
… aber was noch viel wichtiger ist, es gibt:
17.400 Grundschulen in Deutschland
… diese haben im Schnitt:
8 Vollzeit Lehrkräfte
3 Teilzeit Lehrkräfte
1 Schulleitung
Es gibt in Deutschland 208.800 Grundschullehrer
Dies bedeutet aber auch es gibt statistisch gesehen lediglich 4176 hochbegabte Grundschullehrer gegenüber 17.400 Grundschule (das sind 24%), also nur an jeder vierten! Grundschule findet sich demnach überhaupt ein hochbegabter Lehrer, der dann ebenfalls mit hoher Wahrscheinlichkeit der einzige Hochbegabte unter Nicht-Hochbegabten ist (und sicher auch so seine/ihre Schwierigkeiten haben wird), also ist die Wahrscheinlichkeit für eine/n hochbegabten Grundschüler/in nicht nur äußerst gering auf hochbegabte Klassenkameraden, die ähnlich ticken, zutreffen, sondern es ist auch noch sehr viel unwahrscheinlicher eine/n hochbegabte/n Lehrer/in zu finden, welche sich aus eigenem Erleben und aus eigener Erfahrung mit den spezifischen Bedürfnissen, dem Erleben oder auch den Problemen von Hochbegabten auskennen und dadurch eventuell in der Lage wären Maßnahmen ergreifen zu können, das hochbegabte Kinder gar nicht erst in eine der vielen fast zwangsläufigen Problemlagen hineingeraten… alles was ich schreibe gilt natürlich auch für Kindergärten, also lässt man sowohl im Kindergarten, als auch in der Grundschule, auch rein statistisch betrachtet z.B. das Wort „Hochbegabung“ einfach weg, denn nichthochbegabte Menschen, ob Lehrer oder nicht, sind einfach nicht in der Lage sich in die spezifische Gefühls- und Erlebniswelt, sowie die Bedürfnisse von Hochbegabten einzufühlen und als Eltern denke ich, sollte man für sein Kind Umfelder suchen, oder schaffen, in denen sie nicht einsam sind, obwohl sie von Menschen umgeben sind, (weil diese sie nicht verstehen, da sie nicht auf gleicher Wellenlänge), sondern Umfelder in denen sie ein wirkliches Miteinander erleben können.
Hier auch ein interessanter Link zum Thema:
http://www.dghk.de/laby91/91_kaffanke_b ... lehrer.pdf
Liebe Grüße
Heiner