@shaja
Gleichaltrige sind bei meinem Sohn offensichtlich nicht die peer-group, auch wenn Erzieherinnen und im vergangenen Jahr auch Lehrerinnen das nicht wahr haben wollten.
Das gilt für unseren Sohn definitiv auch. Allerdings meinte diese Lehrerin eben, er müsse lernen, sich auch mit Gleichaltrigen zu verstehen und Anschluss zu finden, auch wenn er Fußball, Star Wars und Mine Craft doof findet. Das sei neben kognitiven Fertigkeiten auch eine wichtige Schlüsselqualifikation im Leben. Das ist der Satz, der mich überhaupt erst darauf gebracht hat, dass ich vermehrt darauf achten sollte, dass er sich nicht zu sehr isoliert.
@shaja, @alibaba
Wenn ich es mir so überlege, hat er ohnehin schon viel ausprobiert - im Rahmen unserer Möglichkeiten und Angebote hier.
Wie gesagt, bei Selbstverteidigung müssen wir sehen, wie sich das entwickelt.
Schwimmen ist nicht sein Ding, das macht ihm privat Spaß, in der Schule kassiert er schlechte Noten, weil er keinen Kopfsprung kann, und ist gefrustet.
Tanzen und Reiten geht GAR NICHT, das ist Mädchenkram. Seine Schwester mag das, aber niemals er.
Fechten klingt interessant; mal sehen, ob es das bei uns gibt. Da ich kein Mama-Taxi sein kann und will, kann er nur Sachen machen, wo er allein hinkommt.
Er ist Mitglied der Schach-AG an der Schule, hängt dort aber wohl immer nur mit unserem Nachbarsjungen und dessen Freund (alle in einer Klasse) zusammen - die er stets besiegt. Mit stärkeren Gegnern mag er sich ungern messen.
Von einer Kinderakademie habe ich noch nichts gehört; wer bietet das an? Vielleicht gibt es so etwas ja in München, aber das wäre ein arger Zeitaufwand. Aber ich behalte es mal im Auge.
Musik macht er (Klarinette), das unterstützen wir sehr. In der Schule gibt es eine Junior-Big-Band, in der er ganz gern spielt. Allerdings hat ihm die Lehrerin gesagt, dass in der großen Big Band ab der achten Klasse keine Klarinetten mehr gebraucht werden. Das hat ihn sehr enttäuscht, aber zum Glück gibt es auch ein Jugendblasorchester hier in der Stadt.
Allerdings haben sich auch über die Musik bislang noch keine privaten Kontakte ergeben. Er bräuchte einfach mal einen Jungen, mit dem er auch am Nachmittag mal etwas machen kann (- und am besten nicht nur gemeinsam Comics lesen oder den Nintendo des anderen bewundern ...

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Den Kontakt zu Erwachsenen findet er immer - aber das ist wohl nicht das, was diese Lehrerin mit "Sozialisation" meint. Allerdings kennt sie ihn und uns auch kaum (es war nur ein 5-Minuten-Gespräch), und sie weiß auch nichts über seine Vorgeschichte oder seine Hochbegabung. Insofern passt vielleicht auch die Vermutung, des "unreflektierten Ratschlags, der gar nicht zur Familie passt" ...
Ich denke mir, er könnte durchaus mit Gleichaltrigen spielen - so abgehoben sind seine Interessen nicht, und er kann sich auch gut zurückhalten und andere nicht ständig mit seinem Wissen nerven. Er fährt gern Rad und Roller, spielt sogar manchmal noch begeistert in der Sandkiste, mag Spielzeugwaffen, Frisbee, Ball, Detektivspiele, ferngesteuerte Fahrzeuge, Forscherspiele, Lager bauen, Schnitzen ... Aber er sagt, er kennt keine Jungs, von denen er denkt, dass die gern mal mit ihm spielen würden.
Ich hatte jetzt die Idee, dass er zu seiner Geburtstagsparty zum 11. Geburtstag (Video-Abend mit Pizzaessen) mal ein oder zwei "neue" Jungs einlädt, die er sympathisch findet. Da gibt es wohl einen in der Big Band. Allerdings ist der schon zwei Jahre älter, also fürchte ich, das wird nicht zu einer Gegeneinladung oder weiteren Kontakten führen. Aber man soll ja nichts unversucht lassen

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