Re: Wieviel Wissen gebt Ihr Euren Kindern?
Verfasst: Mi 15. Jan 2014, 23:37
@Momo: Hier wurde wohl was missverstanden. Ich zwinge mein Kind nicht, Nachrichten zu schauen. Nur finde ich es nicht schlimm oder traumatisierend wenn Nachrichten laufen während die Kinder im Zimmer sind. Wenn etwas interessant ist (für meinen Sohn im Moment der Wetterbericht) dann schaut er aktiv hin, sonst spielt er einfach nebenbei was anderes. Ganz genau so, wie ich es als Kind gemacht habe. Nach und nach hat mich dann immer mehr interessiert und ich habe immer mehr mitgeschaut und nachgefragt bis ich mir dann, wenn meine Eltern mal nicht zu Hause war, automatisch selbst die Nachrichten eingeschaltet habe, weil ich eben wissen wollte, was in der Welt passiert ist.
Wie schon mehrmals geschrieben gibt es etliche (für uns Erwachsene vergleichsweise harmlose) Dinge, die meinem Kind Angst machen (wie unsere Digitaluhr mit dem "bösen Nuller"). Ich traue ihm zu, selbst einschätzen zu können, was ihm Angst macht und was nicht. Meinem Sohn machen Nachrichten keine Angst. Ich glaube nicht, dass irgendwelche für ihn unverständlichen Bilder "gespeichert" bleiben bis es mal weiss worum es geht er diese Bilder dann nachträglich abruft und in den korrekten Konsens bringt, was dann Angstgefühle erzeugt. Sorry, das ist mir einfach zu weit hergeholt. Angst ist unberechtigt, wenn sie pauschal alles einschliesst, was man jemals sehen, hören oder erleben könnte.
Abgesehen davon bestehen die Nachrichten bei weitem nicht nur aus Schreckensbildern oder schwierigen politischen Themen.
Du willst Kinder vor Traumatisierung schützen indem du sie nicht wissen lässt, dass es Kriege, Bürgerkriege, bewaffnete Konflikte, Terror und Gewalt gibt, weil sie "jetzt" noch nichts daran ändern können und das für sie so ein schlimmes Gefühl sein muss? Demnach dürfen sie ja vor der Volljährigkeit noch nichts davon erfahren, weil dann frühestens aktive Änderung möglich ist. Wie willst Du verhindern dass sie davon erfahren wenn sie selbst lesen, fernsehen oder im Internet surfen? Und was sagst Du dann auf die Frage "Warum hat mir das niemand gesagt?"
Ich kann mir nicht vorstellen dass ein gesundes Kindergarten- oder Volksschulkind sich auf die Schultern laden würde, die ganze Welt retten zu müssen. Kinder müssen mit etlichen Dingen, die sie nicht ändern können, zurechtkommen, und schaffen das normalerweise sehr gut. Aber sie können schon früh lernen, dass es Dinge gibt, wo zumindest wir als ihre Eltern sehr wohl die Macht haben, etwas zu verändern. Ich würde niemals schaffen meinem Kind die ganze Zeit vorzuspielen dass die Welt vollkommen in Ordnung ist. Gerade intelligente Kinder dürfen und sollen sich Gedanken darüber machen wo man was verändern kann - wenn nicht intelligente Kinder und Jugendliche, wer dann? Aber wie sollen sie sich Gedanken machen wenn man sie unter dem Vorwand, sie zu schützen, von allen "heiklen" Informationen fernhält?
Du bist der Ansicht dass alle Themen besprochen und erklärt werden können wenn sie dem aktuellen Entwicklungsstand des Kindes entsprechen. Da sind wir einer Meinung. Nur, dass ich eben den aktuellen Entwicklungsstand nicht nach dem Alter des Kindes sondern nach seinen Fragen beurteile.
Bei uns klebten vor kurzem Plakate mit einer armen Familie mit einer abgemagerten Katze, wo alle vor einem winzigen, kahlen Weihnachtsbaum sitzen und die Kinder wenige, gebrauchte und kaputte Weihnachtsgeschenke auspacken. "Kinderarmut ist kein Märchen" und ein Spendenaufruf.
Das Plakat hat meinen Sohn angesprochen und er hat gefragt was es bedeutet. Ich habe ihm erklärt, dass das Plakat zeigen soll, dass es auch arme Familien gibt wo die Kinder keine schönen Weihnachtsgeschenke bekommen und wo nicht einmal genug Geld zum einheizen da ist. Mein Sohn hörte zu und meinte dann "Ich bin jetzt die Katze! Miau, gibst Du mir was zum fressen?" - damit zeigte er mir deutlich dass er mich zwar verstanden hat, das Thema aber im Moment nicht vertiefen will. Soviel zu Deiner Aussage dass Kinder sehr deutlich zeigen, wo eine Frage beantwortet ist. Auch wenn mein Kind dabei ist wenn ich mir die Nachrichten anschaue glaube ich durchaus, seine Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren.
Wie schon mehrmals geschrieben gibt es etliche (für uns Erwachsene vergleichsweise harmlose) Dinge, die meinem Kind Angst machen (wie unsere Digitaluhr mit dem "bösen Nuller"). Ich traue ihm zu, selbst einschätzen zu können, was ihm Angst macht und was nicht. Meinem Sohn machen Nachrichten keine Angst. Ich glaube nicht, dass irgendwelche für ihn unverständlichen Bilder "gespeichert" bleiben bis es mal weiss worum es geht er diese Bilder dann nachträglich abruft und in den korrekten Konsens bringt, was dann Angstgefühle erzeugt. Sorry, das ist mir einfach zu weit hergeholt. Angst ist unberechtigt, wenn sie pauschal alles einschliesst, was man jemals sehen, hören oder erleben könnte.
Abgesehen davon bestehen die Nachrichten bei weitem nicht nur aus Schreckensbildern oder schwierigen politischen Themen.
Du willst Kinder vor Traumatisierung schützen indem du sie nicht wissen lässt, dass es Kriege, Bürgerkriege, bewaffnete Konflikte, Terror und Gewalt gibt, weil sie "jetzt" noch nichts daran ändern können und das für sie so ein schlimmes Gefühl sein muss? Demnach dürfen sie ja vor der Volljährigkeit noch nichts davon erfahren, weil dann frühestens aktive Änderung möglich ist. Wie willst Du verhindern dass sie davon erfahren wenn sie selbst lesen, fernsehen oder im Internet surfen? Und was sagst Du dann auf die Frage "Warum hat mir das niemand gesagt?"
Ich kann mir nicht vorstellen dass ein gesundes Kindergarten- oder Volksschulkind sich auf die Schultern laden würde, die ganze Welt retten zu müssen. Kinder müssen mit etlichen Dingen, die sie nicht ändern können, zurechtkommen, und schaffen das normalerweise sehr gut. Aber sie können schon früh lernen, dass es Dinge gibt, wo zumindest wir als ihre Eltern sehr wohl die Macht haben, etwas zu verändern. Ich würde niemals schaffen meinem Kind die ganze Zeit vorzuspielen dass die Welt vollkommen in Ordnung ist. Gerade intelligente Kinder dürfen und sollen sich Gedanken darüber machen wo man was verändern kann - wenn nicht intelligente Kinder und Jugendliche, wer dann? Aber wie sollen sie sich Gedanken machen wenn man sie unter dem Vorwand, sie zu schützen, von allen "heiklen" Informationen fernhält?
Du bist der Ansicht dass alle Themen besprochen und erklärt werden können wenn sie dem aktuellen Entwicklungsstand des Kindes entsprechen. Da sind wir einer Meinung. Nur, dass ich eben den aktuellen Entwicklungsstand nicht nach dem Alter des Kindes sondern nach seinen Fragen beurteile.
Bei uns klebten vor kurzem Plakate mit einer armen Familie mit einer abgemagerten Katze, wo alle vor einem winzigen, kahlen Weihnachtsbaum sitzen und die Kinder wenige, gebrauchte und kaputte Weihnachtsgeschenke auspacken. "Kinderarmut ist kein Märchen" und ein Spendenaufruf.
Das Plakat hat meinen Sohn angesprochen und er hat gefragt was es bedeutet. Ich habe ihm erklärt, dass das Plakat zeigen soll, dass es auch arme Familien gibt wo die Kinder keine schönen Weihnachtsgeschenke bekommen und wo nicht einmal genug Geld zum einheizen da ist. Mein Sohn hörte zu und meinte dann "Ich bin jetzt die Katze! Miau, gibst Du mir was zum fressen?" - damit zeigte er mir deutlich dass er mich zwar verstanden hat, das Thema aber im Moment nicht vertiefen will. Soviel zu Deiner Aussage dass Kinder sehr deutlich zeigen, wo eine Frage beantwortet ist. Auch wenn mein Kind dabei ist wenn ich mir die Nachrichten anschaue glaube ich durchaus, seine Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren.