Katze_keine_Ahnung hat geschrieben:@Meine3
Eine Geige bekommt man von einem Geigenbauer geliehen. Das kostet etwa 15 euro pro Monat. 6 Jahre ist kein früher Anfang für die Geige, die meisten Lehrer haben Erfahrung mit dieser Altersgruppe. Musikschule heißt in unserem Fall eine Verpflichtung für ein ganzes Schuljahr. Privatleher sehen das anders und lassen längere Probezeiten. Deine Tochter wird nur dann Geige lernen, wenn du eine Möglichkeit hast, sie etwa 20-30 Minuten pro Tag beim Üben zu unterstützen. Wörtlich heißt das, dass sie für diese halbe Stunde deine volle Aufmerksamkeit bekommt, und du achtest auf die 33 Dinge die dein Geigenlehrer anders haben möchte, ohne deine Tochter dabei aus dem Gleichgewicht zu bringen. Du brauchst keine Vorkenntnisse, muss nur im Unterricht dabei sein, und konsequent auf Umsetzung achten. Falls du Vorkenntnisse hast, geht alles viel schneller. Deine Tochter muss kein absolutes Gehör haben. Viele Kinder bekommen Punkte auf den Griff geklebt, damit sie wissen, wo genau sie die Finger setzen. Alles in einem ist es kein Hexenwerk, aber für die Eltern schon sehr aufwendig. Da muss man schon wissen, worauf man sich einlässt. Natürlich kann man es auch anders laufen lassen, und sich weniger mit dem Üben beschäftigen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass das frustirerte Kind bald aufgibt sehr groß.
Hallo,
danke dir für deine Einschätzung und Erfahrung. Ich persönlich würde da erst einmal "spielerisch" einsteigen wollen, um einfach den Spaß zu wecken. Meine Tochter ist fleißig und hat wenig Selbstbewusstsein. Sie wird wahrscheinlich eher mehr üben als zu wenig. Oder eben, wenn es doof läuft und sie das Gefühl hat, sie hat kein Talent: GARNICHT, somit direkt aufgeben.
Derzeit kann ich sie da schlecht einschätzen, da sie, seit sie 6 geworden ist, Verhaltensweisen an den Tag legt, die sie zuvor nicht gezeigt hat ( z.B. nicht verlieren können und deswegen beleidigt wegrennen. Vor einem Jahr war da die Frustrationsschwelle um einiges höher

).
Ich denke auch die von dir als sinnvoll erachtete halbe Stunde volle Aufmerksamkeit fürs tägliche Üben ist fast unmöglich umzusetzen

. Meine Kleinste kommt wahrscheinlich demnächst endlich wieder in einen Kindergarten (derzeit habe ich nonstopp 2 Kinder daheim. Rund um die Uhr. Seit Februar). Wir sind grade im Bewerbungsverfahren für eine Elterninitiative für die Kleine. Der geht Kindergarten aber ledliglich bis 14:00. Und die Nachmittagsbetreuung in der Schule geht auch bis 14:00. Das heißt, ich habe ab 14:00 dann alle 3.
Die Kleine ist leider genau so ein Typ wie der Große, die wird sich erst selbst beschäftigen können, wenn sie so 7-6 Jahre alt ist

.
Wüsste also nicht, wie ich das machen soll "exklusiv" jeden Tag 30 Minuten NUR mit meiner großen Tochter zu verbringen, obwohl ich das sehr gerne würde.
Mein Mann arbeitet voll und wir haben keinerlei Unterstützung mit den Kindern.
Ich denke aber, dass es auch sehr darauf ankommt, wie ambitioniert man beim erlernen eines Instrumentes ist, bzw. wie wichtig es den Eltern ist, wie schnell und gut das Kind vorankommt. Mir persönlich ist es überhaupt nicht wichtig, dass meine Kinder Instrumente spielen um zu "brillieren". Wenn das passiert, weil das Talent und die intrinsische Motivation da ist, dann ist es schön. Wenn nicht, dann ist das für mich aber auch total in Ordnung.
Natürlich kann ich anwesend sein, wenn sie übt, aber "press" nebendran stehen und jeden Fehler korrigieren: Sorry, da bin ich nicht so der Typ für. Das "pingelig" sein, auf tägliches Üben bestehen und korrigieren käme bei mir erst einem Stadium, wenn die Kinder bereits "angebissen" haben und selbst eine grundsätzliche intrinsische Motivation haben, eine gewisse Ernsthaftigkeit an den Tag legen mit dem Wunsch, dieses Instrument zu erlernen. Klar sage auch mal:" dir ist das wichtig, also setz/stell dich jetzt da hin und üb!" und unterstütze dabei. Aber ich habe da wie gesagt nicht den Ehrgeiz, dass meine Kinder zu glorreichen Musikern werden. sie sollen damit einfach mehr Farbe in ihren Alltag bekommen, ihren Horizont erweitern und Spaß haben. Wenn bei einem der Hobbies dann irgendwann was dabei ist, wo es "funkt", dann kommt die Motivation üben meiner Meinung nach von selbst. Nicht durchgehend, aber grundsätzlich erst einmal.
Ich habe Klavier gelernt als Kind. Aber ich war nicht sonderlich talentiert, glaube ich. Mein Lehrer bewunderte mein außerordentlich gutes musikalisches Gehör. Aber das spielen selbst: Ich habe nicht das geübt, was ich sollte und meine Mutter war da NULL hinterher. Sie hat das nicht interessiert, ob ich übe oder nicht. Ich habe viel mehr gesungen und selbst Lieder komponiert als Stücke geübt und Akkorde oder Tonleitern gespielt

. Mein Lehrer meinte dann irgendwann ich soll lieber Gesangsunterricht nehmen, das würde mir sehr liegen und würde mich wohl glücklicher machen. 'Und da hatte er Recht. Im Chor war ich sehr zufrieden und viele Jahre, auch mit Soloauftritten in der Kirche begleitete, mich das Singen.
Das Ganze hätte auch anders laufen können. Wenn meine Mutter "dahinter" gewesen wäre, hätte sie mich zum üben am Klavier aufgefordert oder gedrängt, hätte ich vielleicht mehr Biss entwickelt, schneller Fortschritte bemerkt und mehr Freude daran gehabt (das ist ja so dein Ansatz). Aber im Grunde war es nie DAS Instrument, was für mich bestimmt war.
Zeit und Mühe, sowie auch eine gewisse "Strenge" in Bezug auf das Üben und so weiter an den Tag zu legen, ergibt meiner Meinung nach nur Sinn, wenn man wirklich Talent sieht. Und das muss man ja erst einmal ausprobieren.