nosupermum hat geschrieben:
wie hat sich die Situation in der Zwischenzeit entwickelt? Uns hatte man bei der HB-Beratungsstelle gesagt, dass das Gefühl des Kindes das Wichtigste sei. Wohlfühlen ginge vor Lernen. Eine andere Mutter erzählte mir, dass sie sich bewusst über das ablehnende Gefühl ihres Kindes hinweggesetzt hätte, was sich nach ein paar Wochen als richtig erwiesen hätte.
Es gibt dazu einen sehr ausführlichen Beitrag:
viewtopic.php?f=19&t=5807
Bei uns läuft es sehr schlecht. Der Sprung ist nicht gelungen. Gründe hierfür sind laut Lehrer, dass unser Sohn sich nicht anpasst, unkonzentriert ist, sehr abgelenkt und oft nicht mitmacht. Aus Sicht des Sohnes gestaltet sich die Sachlage etwas anders. Mein Sohn hat sehr versucht sich anzupassen (hat aber grundsätzlich kein großes Feingefühl diesbezüglich) und zu integrieren, wurde aber schnell als "Sonderling" abgelehnt. Er ist speziell und braucht IMMER eine Zeit bis er sich in neuen sozialen Gefügen eingefunden hat, bis jetzt ist es aber immer gelungen.
Man hat von ihm von Anfang an erwartet, dass alles sofort funktioniert: das mitkommen beim Stoff, die Schreibgeschwindigkeit, Heftführung und Co., Soziale Integration, Benehmen, etcpp. Seine Baustelle war schon immer das Verhalten im Unterricht, zweite Baustelle, dass die Anpassung an die neue Gruppe länger dauert als bei anderen.
Man hat aber überall gemeckert, an jeder Baustelle, außer beim kognitiven Verständnis (da gibts halt einfach nichts zu meckern) und den Noten, die sehr gut bis gut waren. Für meinen Sohn war das zu viel. Die Lehrerin hat von Beginn an gejammert, gleichzeitig aber gesagt, dass er kognitiv in Klasse 3 richtig ist. Mit Fortlaufen der Probezeit, wurde die Situation immer vertrackter. Bis ich die Lehrerin mal nett darauf hinwies, vielleicht nicht immer nur "die Klasse" zu fragen, wie es ihnen mit dem Sohn geht, sondern auch einmal anders herum. Ihre Haltung war schon so klar "Die Klasse" und "Sohn", das hat sich sicherlich auch im Verhalten widergespiegelt, gleichzeitig wurde aber erwartet, dass ER sich integriert und sich als Teil der Gruppe sieht in einer Gruppe, die ihn aktiv ausschließt. Dies nahm die Lehrerin sich zu Herzen und es wurde für 1 Woche deutlich besser mit der Integration. Dann aber direkt wieder viel schlechter (sogar vor körperlicher Gewalt gegenüber meinem Sohn wurde dann nicht mehr Halt gemacht, das wurde mir aber verschwiegen, wohingegen sein Störverhalten minutiös geschildert wurde).
Ich bat nach 2 Wochen bereits den Wechsel zurück anzustreben, weil ich Angst hatte, dass er durch die Wiederholung des 2. Klasse-Stoffes dann GARNICHTS mehr Neues lernt, wenn er zurück gehten muss aufgrund der sozialen Situation. Dies wurde abgelehnt. Man wolle Sohnemann noch die Zeit bis zum Ende der Probezeit geben, sich zu integrieren (hat aber nicht viel dafür getan, damit es ihm leichter fällt!).
Mein Fazit: wir haben hier nun ein schwer demoralisiertes Kind, das anfängt den Unterricht zu verweigern, sich zu Hause unmöglich benimmt, Tränen in den Augen hat, wenn ich es abhole und dem es schlicht sozial total schlecht geht. Dies wirkt sich auch auf sein Lernverhalten zu Hause aus.
Der Sprung hätte nicht blöder laufen können. Das Versprechen, dass keine Höchstleistungen von ihm erwartet werden und er unterstützt wird, wurde nicht gehalten. Das Versprechen, dass er jederzeit zurück könne, wurde nicht eingehalten. Jetzt haben wir die worst-case-situation: 2. Klasse-Stoff zu 100% intus, in Mathe auch in der 3. Klasse noch voraus und nun gehts zurück in die 2. Klasse (auf unseren Wunsch, weil es mit der neuen Klasse einfach nicht funktioniert!) und wir sind bei der Kinder-und Jugendpsychiaterin, weil wir nicht mehr mit ihm weiter wissen.
Es wurde nicht beachtet, dass er grade mal ein halbes Jahr Schule überhaupt hinter sich hatte (insbesondere sozial betrachtet und was das Benehmen im Unterricht angeht! Das müssen einige Kinder eben auch erst lernen) und nun sollte er agieren wie ein "normaler" 3.Klässler. Er hat sich redlich Mühe gegeben, bis er merkte, dass es nicht wertgeschätzt wird, dass es einfach nicht reicht, dass er dennoch eine Strafarbeit nach der nächsten bekommt, weil er zu oft reinruft, dass er nicht gelobt wird, dass sein Schriftbild und seine Rechtschreibung innerhalb von 5 Wochen sich eklatant verbessert haben und er sehr passable Noten schreibt. Seither verweigert er oft. Die Lehrerin beklagt sich, dass sein Verhalten anfangs noch besser war (ach ne...). Es wird nur auf die Defizite geschielt und dass was er geleistet hat, wurde von Anfang an ignoriert.
Bei uns fängt es an, auf der Elternebene schwierig zu werden. Der Übertritt steht an, der Druck in den Familien steigt. Die Eltern machen gerade Front gegen die Lehrerin. Es würden immer nur einzelne Kinder gelobt und bevorzugt. Ratet mal, wer dazu gehört?
Neider gibt es immer. Egal wie, egal wo. Das ist keine schöne Situation, aber ich finde es hätte schlimmer kommen können. Deiner Tochter geht es gut dort, sie macht ihren Weg. Lass die dummen Eltern dumme Eltern sein, die kannst du nicht verändern, nur deine Einstellung dazu. Wir stehen hier jetzt vor der Frage, was wir mit unserem Kind machen. Immer wieder wurde gefragt ob es nicht eine passendere Schule für ihn gäbe. Ich habe Angst, dass er als "unbeschulbar" abgestempelt wird und das nur, weil wirklich viele ungünstige Faktoren zusammen kamen. Magst du tauschen

?
Die Arbeiten werden alle zweitkorrigiert, Schmuh also ausgeschlossen. Ich fand es auch äußerst ungeschickt, meine Tochter vor allen für die Klassenbeste Arbeit zu loben.
Mein Sohn hätte sich über ein Lob sicherlich gefreut, es hätte ihm gezeigt, dass er nicht ALLES falsch macht... Auch wenn ich verstehe, dass es den Neid unter den Mitschülern und auch bei den Eltern schürt, ist es doch schön, dass ihre Bemühungen anerkannt werden. Günstiger wäre es, wenn dies unter 4 Augen passieren würde, da gebe ich dir recht. Aber viel schlimmer ist es, wenn diese GARNICHT anerkannt werden.
Verstehe auch nicht, wieso man heutzutage sagt, wer die beste Note hat. Datenschutz steht doch über allem. „Leider“ hat sie drei mal die beste Note kassiert, drei mal wurde die gelobt und nun ist der Mami-War ausgebrochen.
Ja, das verstehe ich auch nicht. Dennoch: tut mir leid, ist das für mich grade jammern auf hohem Niveau

. Du kannst dich davon distanzieren und musst beim Mami-War nicht mitmachen. Deine Tochter und du, ihr habt nichts falsch gemacht, ihr habt die richtige Entscheidung getroffen. Der Rest ist das Problem der Lehrerin und der frustrierten Mütter nicht ganz so leistungsstarker Kinder.